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Innenputz

49 Beiträge | letzte Antwort 12.8.2017 | erstellt 30.7.2017
Innenputz
Liebe Häuslebauer und Experten,

kennt sich hier jemand mit Innenputzen aus?
Wir wollen definitiv keinen Gipsputz. Teilweise wird es Lehmputz werden (dort wo Wandheizung), teilweise Kalkputz.

Jetzt sagt unser Planer/Bauufsicht immer wieder, kennt keinen Kalkputz, wenn gibt es nur Kalkzementputz und dieser sei irgendwie gröber. Er wisse nicht ob man den fein verreiben kann.
wenn nicht hätte man immer wieder ein Problem wenn etwas auszubessern sei.
Ehrlich gesagt, ganz verstanden habe ich die Problematik nicht.

kann mir hier jemand einen Kalkputz oder Kalkzementputz für (Nichtsanitär-) räume empfehlen? Und ist dieser glatt oder raus?
Vielen Dank.
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30.7.2017 16:55
Du kannst baumit kalkklimaputz nehmen und dann mit klimaglätte verspachteln. Hab ich auf der messe gesehen. Das schaut ok aus...
Es gibt aber auch kalkputze aus sumpfkalk, nur die werden auch nicht glatt..
Aufgrund der höheren kosten, bekommen wir leider so etwas nicht

Zitat

30.7.2017 18:49

Aber ist dieser Kalklimaputz ein Problem wenn ich kleine stellen später ausbessern muss oder nicht?

"es gibt aber auch kalkputze aus Sumpfkalk"
Und wo wäre hier jetzt der Vorteil wenn es auch nicht glatt wird, aber teuer ist? Hmm..

Vielen Dank jedenfalls Uzi.

Zitat

30.7.2017 19:36

Warum sollte das Ausbessern ein Problem sein? Ist doch mit der gespachtelten Oberfläche weit einfacher als bei einer strukturierte Putzoberfläche. Wir haben den Klimaputz von Profi, der ist zementfrei, Kalk-Trassit. Find i super, dass gerade jene, die in der Materie stecken, sich am Markt ned auskennen

Zitat

30.7.2017 19:58

<span style="font-family: Verdana, Tahoma, Arial, sans-serif; font-size: 13px;">"Wir haben den Klimaputz von Profi, der ist zementfrei, Kalk-Trassit. Find i super, dass gerade jene, die in der Materie stecken, sich am Markt ned auskennen "</span>

Ja lustig. Der Planer gibt uns mehr Aufgaben als er beantwortet. Aber auch so kommt man weiter

Zitat

30.7.2017 20:14

Habt Ihr das Puzzle- oder Schnitzeljagd-Planungs-Paket bestellt?

Zitat

30.7.2017 21:50

Ja das ist das Problem mit den Planern. Die ziehen immer Ihr Standardding durch und wagen keinen Blick über den Tellerrand.
Wir werden auch den Kalkklimaputz verwenden inkl. Glätte. Werden ihn auch in unserem Keller verwenden der als Wohnkeller gedacht ist und aus Stahlbeton ist. Nimmt bestimmt mehr Feuchte auf als jeder Kalkzementputz.

Zitat

30.7.2017 23:04

Die Feuchteaufnahme ist tatsächlich ein großes Plus ... wir trocknen einen Großteil der Wäsche auch Sommers im Haus (wegen 5-6x Gülle im Jahr und Fliegen, die alles verkacken, was weiss oder gelb ist) und haben dennoch kein Problem mit der Luftfeuchte oder der Trocknungsgeschwindigkeit.

Zitat

31.7.2017 7:29

@2moose
und wie ist Eure Luftfeuchte im Winter? Das wäre interessant.

Zitat

31.7.2017 13:12
Angenehm trocken. Wir haben kein Hygrometer ... solange wir kein Beschwerden haben, ist uns die Luftfeuchte egal. In der Holzhütte hatte ich dank Holzofen so um die 25% ... auch ohne Nebenwirkungen ... und im Haus isses sicher mehr.

Zitat

31.7.2017 15:18
knauf rotkalk habe ich noch als Putzsystem entdeckt.
@Brc: hast du schon eine Firma gefunden? Bin immer noch auf der Suche nach einer Firma, die Lehm und Kalkklima verarbeiten kann.
F.gger hat sich ganz schnell verabschiedet. Die machen Lehmputz doch tatsächlich nur auf Ziegel. Als die Firma von meinem Wandaufbau mit Holzfaserputzträger gehört hat, meinte er, hat er nur schlechte Erfahrung, kann er nicht, macht er nicht... ob ich nicht meinen Wandaufbau ändern mag...

Zitat

1.8.2017 6:55
Ein paar Fragen stellen sich mir bei diesen Innenputz- bzw. Raumklimathemen immer wieder...
Und ich meine das völlig ernst, unparteiisch und ohne irgendjemanden Nahe treten zu wollen...

Kennt jemand eigentlich jemanden der Probleme mit seiner Luftfeuchtigkeit hat und das 100%ig auf den Putz schieben kann?
Sprich wo vorher alle anderen, die Feuchtigkeit regulierenden, Faktoren ausgeschlossen werden konnten?

Oder kennt man jemanden der seine Putzentscheidung bereut? Aus welchen Gründen auch immer?

Oder was ist mit all den Häusern die gar keinen Putz haben? Sprich nur a Rigips Beplankung. Da kann ich mir eine Feuchtigkeitsregulierung auch nur sehr schwer vorstellen.

Oder ist jemand schon mal in ein Haus gegangen und hat sich gedacht:
"Wow da ist Lehmputz drin... Das spürt man sofort".
Oder
"Bähhh bei dem wasauchimmerPutz kann ich nicht schnaufen".

Auf Deutsch gesagt, sind nicht viele der Argumente die von den Herstellern immer wieder aufgebracht werden, nicht doch nur heiße (Marketing) Luft?

Ich für mich selbst hab mir den Putz reinmachen lassen, den mir der Putzer meines Vertrauens reingemacht hat.
Ich wollte einen Glätter und bekam einen Glätter. Punkt.
Und zwar den Moldan IP22E. War uns völlig wurscht ob da a ein paar Kilo mehr Gips, Kalk oder sonstwas drin ist.
Glatt muss er sein, damit ich alle Becker und Kratzer die ich seit dem Putzen reingemacht habe, nun sauber wieder auskitten kann.
Und ich sags euch derer sind vieeele
Und bis dato bin ich zufrieden.
Er ist nicht wieder runtergefallen und schaut super aus.
Ob er irgendwas mit der Luftfeuchtigkeit zu tun hat, kann ich noch nicht sagen.
Derzeit haben wir immer ca. 50% bei 23°C. Die Lüftung läuft noch nicht...

Anmerkung am Rande:
Ich hatte damals ein nettes Gespräch mit dem Putzsilobefüller, der bei mir auf der Baustelle den Silo nachgefüllt hat.
Er erzählte mir die eine oder andere Geschichte... Mischwagenfahrer halt
Unter anderem, dass zum Beispiel ein großes Oberösterreichisches Putzunternehmen einen sauteuren SUPER-DUPER-KLIMAPUTZ verkauft.

Der Mischwagenfahrer liefert den dann immer auf die Baustellen.
Vorher geladen wird er beim gleichen Produzenten wie meiner. Und aus welchem Silo glaubts hat er den Putz gezapft - aus dem gleichem aus dem auch mein Putz kam
Kann man jetzt glauben, muss man aber nicht.

Zitat

1.8.2017 19:45
Naja, wer hat schon wirklich den Vergleich? Wer hat mehrere Häuser bewohnt mit gleichem Dämmstandard aber unterschiedlichem Wandaufbau?

wir haben in unserer Wohnung Beton und Rigips. Teilweise sehr hohe Luftfeuchtigkeit trotz einfacher mechanischer Lüftung. Im Winter sammelt sich das Wasser an den Fenstern.
Also absorbiert wird von den Wänden eher nichts. Dafür ist die Luftfeuchtigkeit immer zwischen 55 und 60%

Zitat

1.8.2017 20:05

Zitat:
mike82 schrieb: Unter anderem, dass zum Beispiel ein großes Oberösterreichisches Putzunternehmen einen sauteuren SUPER-DUPER-KLIMAPUTZ verkauft.


Das kann ich bestätigen. Bei dem "reinen Kalkputz" oft Klimaputz genannt ist ein Schmäh dahinter. Kalk und Gips sind sich sehr ähnlich und je nachdem wo man die Grenze zur Unterscheidung zieht ist dann halt fast 100% Kalk im Putz.
Mein Onkel hat vor 10J versucht recht ökologisch zu bauen. Holzriegel, keinen Estrich, Zellulose, Lehmputz.
Von Lehmputz raten sie jedem der Kinder hat ab. Ist einfach zu weich.
Bei ihnen ist es bacherlwarm, aber die FBH fehlt ihnen doch.
Ohne Estrich würden sie zwecks Trittschall nicht mehr bauen.
Vom Holzriegel und seinem Wandaufbau sind sie nach wie vor überzeugt, ist von der Fa. W- Haus aus St. Johann am Walde.

Zitat

1.8.2017 21:13

Zitat:
mike82 schrieb: Oder ist jemand schon mal in ein Haus gegangen und hat sich gedacht:
"Wow da ist Lehmputz drin... Das spürt man sofort".
Oder
"Bähhh bei dem wasauchimmerPutz kann ich nicht schnaufen".


Du merkst es auch nicht wenn Du glyphosatverseuchte Lebensmittel isst ... man schmeckt es nicht, man reicht es nicht ... und doch macht es das Leben kürzer und/oder weniger lebenswert. Ein verzichtbarer Inhaltsstoff. Bei Gips und Zement im Putz dasselbe ... die kamen da nicht rein, damit die Menschen im Haus besser leben, sondern damit sich der Putz mit der Maschinerie verarbeiten lässt und man nicht auf irgendwelche Fachkräfte angewiesen ist, sondern jeder vorzugsweise ausländische Lohnsklave an die Wand klatschen kann und dass die Kinder keine Dellen im Putz hinterlassen wenn sie mit der Birne an die Wand donnern.

Ich hab mich beim Bauen nicht gefragt: "Welche Zusatz- und Inhaltsstoffe halte ich aus?", sondern vielmehr: "Muss dies und das in mein Haus rein oder kann man das auch weglassen?". Bestes Beispiel sind für mich die immer wieder auftauchenden Diskussionen über die Raumfeuchte. Es gibt im Winter kein "zu trocken" wenn nix im Wohnraum ausdünstet/rumfliegt, dass die Schleimhäute reizt. Ich hab das selber im reinen Holzhaus mit Korkboden erlebt ... 22m² und ein 6kW-Holzofen. Da wars dermaßen trocken drin, zumeist unter 25%. Aber keinerlei Beschwerden ... rundum nur unbehandeltes Holz und ein geölter Korkboden. Und hier im Forum? Da flippen einige aus, wenn sich die Feuchte der 45%-Marke nähert. Zumeist es nur ein Kopf- und kein Körperproblem ... dennoch ist die Raumluftfeuchte im Winter ein Schreckgespenst.

Dito im Sommer ... ich habs schon mehrmals geschrieben: Wir trocknen auch im Sommer einen Großteil der Wäsche im Haus weil hier 5-6x im Jahr Gülle ausgebracht wird und die Fliegen alles niederkacken was heller als schwarz ist. Dazu fahr ich die Wandheizung auf konstant 18°C Vorlauftemperatur, also regelmäßig unter dem Taupunkt. Dennoch ist hier nix feucht, nix muffig. Vielleicht ist es Glück, vielleicht ist es der zement- und gipsfreie Kalkputz. Aus dem Sack, also kein Gemeinschaftssilo aus dem alle 15 Putzsorten des einen Herstellers kommen. Braucht der Putz Gips? Ne. Braucht der Putz Zement? Ne. Also wozu reintun? Beim hygroskopischen Gips müsste ich bei der Wandkühlung höllisch aufpassen und der energieintensive Herstellungsprozess von Zement sowie die Transportwege müssen nicht sein.

Wenn jemand mit seinem vom Baumeister empfohlenen konventionellen Putz glücklich ist - genauso gut.

Zitat

1.8.2017 22:26

Zitat:
mackica schrieb: Naja, wer hat schon wirklich den Vergleich? Wer hat mehrere Häuser bewohnt mit gleichem Dämmstandard aber unterschiedlichem Wandaufbau?



Also wir haben sowohl konventionellen Gipsputz im haus als auch Lehmputz. Das deshalb weil der Verputzer sich geirrt hat. Der dachte wir haben Lehmputz bestellt und hat uns daher das DG schon mit Lehm verputzt gehabt bevor wir auf die Baustelle gekommen sind und ihn auf seinen Fehler hingewiesen haben. Ganz ehrlich, das Klima im DG ist null anders als im Rest des Hauses. Wir haben allerdings auch KWL. Ich denke mit KWL ist es ganz egal welchen Putz man nimmt.

Zitat

2.8.2017 6:16

Zitat:
melly210 schrieb: anz ehrlich, das Klima im DG ist null anders als im Rest des Hauses. Wir haben allerdings auch KWL. Ich denke mit KWL ist es ganz egal welchen Putz man nimmt.

2moose hat es für mich eigentlich perfekt erklärt.

Zitat

2.8.2017 6:24
und was ist jetzt so das schlimme am gips und zement ??? schlimm find ich 25 % luftfeuchtigkeit im winter, wird nicht jeder bemerken, aber empfindlichere haben probleme damit. gips/zement-allergien gibts bis dato aber noch nicht.

Zitat

2.8.2017 7:36

Zitat:
NTWK schrieb: schlimm find ich 25 % luftfeuchtigkeit im winter



Seh ich auch so. Heißt ja nicht, dass jeder damit gut zurecht kommt. Bei uns in der Firma merkt man recht schnell, dass hier Energie gespart wird wos nur geht weil sie die Luft nicht befeuchten bzw. nur minimal. Es wird gerade so die mindestens vorgeschriebene Luftfeuchtigkeit gehalten.

Zitat:
NTWK schrieb: gips/zement-allergien gibts bis dato aber noch nicht.



Ach...das kommt sicher noch...dann muss schon an der Haustür stehen welcher Putz verwendet wird, genauso wie beim Essen - Allergene und so

Zitat:
melly210 schrieb: Wir haben allerdings auch KWL. Ich denke mit KWL ist es ganz egal welchen Putz man nimmt.



Das wäre mal Interessant herauszufinden! Kann ich in einem Haus mit KWL nicht sowieso die Luftfeuchtigkeit NUR (bzw. hauptsächlich) durch die KWL selbst (Volumenstrom/Enthalpiewärmetauscher) regeln?
Sprich "sticht" die KWL die Putzart nicht sowieso aus?

Zitat

2.8.2017 7:53

Zitat:
NTWK schrieb: schlimm find ich 25 % luftfeuchtigkeit im winter


Hast Du so ein Klima schon mal selbst erlebt oder findest Du es "einfach nur mal so" schlimm? Ich leb nicht mehr in diesem Klima, aber ich weiß, dass es unproblematisch ist.

Schlimm finde ich z.B. fossil betriebene Fahrzeuge oder Gips, der als industrielles Abfallprodukt im Putz entsorgt wird http://www.minergo.de/web_flugasche/de/kraftwerksentsorgung/gips.html
Na, doch ned so schlimm ... hab auch Faulheit schliesslich Rigipsplatten an Zwischenwänden und Decke. Aber ich bin lernfähig - Juniors nachträglich errichtetes Kinderzimmer hat eine Wand aus geölten Holzplatten. Wir versuchens jetzt mal mit Formaldehyd. Die 15m² Styroporschüttung sind auch bloss der Faulheit geschuldet, würde mir heute nicht mehr passieren.
Die Abneigung gegen Zement hab ich oben erläutert .... was ich vergessen hab, ist die Anreicherung der natürlichen Radioaktivität im Innenraum, die z.B. durch Zement hervorgerufen werden kann http://www.ecology.at/files/gamma_baustoff.pdf
Dennoch ist der Keller aus Beton ... wir haben bloss die Stiege in den Innenraum weggelassen.
Beim Haus einiges gedacht .... und immer noch vielzuviele unnötige Risikofaktoren mit eingebaut. Drum find ich's schad, wenn das allgemeinverfügbare Wissen nicht beim Hausbau genutzt wird, sondern als Grundlage für Amusement über kritisch veranlagte Bauherren herhalten soll.

Zitat

2.8.2017 9:00

Zitat:
2moose schrieb: der als industrielles Abfallprodukt im Putz entsorgt wird



Was ist so schlimm daran? Nennt sich dann wohl Recyclen - oder?

Zitat

2.8.2017 9:22

Zitat:
2moose schrieb: der als industrielles Abfallprodukt im Putz entsorgt wird



Dieser "Abfall"-Gips entsteht zum Großteil bei der Rauchgasentschwefelung und ist heutzutage reiner als Naturgips. Die Luftbelastung mit Schwefel wird somit verringert und die Notwendigkeit Gips im Tagebau zu fördern auch.

Andere Prozesse bei denen große Mengen Gips anfallen sind unter anderem die Phosphor- und Zitronensäureproduktion...für die Reinheit des Gipses gilt hierbei ziemlich das gleiche wie beim REA-Gips.

Wenn die Bauindustrie das nicht verarbeitet dann muss man es irgendwo deponieren. Das will dann auch wieder keiner.

Zitat

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