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Dauer für Mauerschlitze stemmen???

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  •  chris07
21.12. - 30.12.2010
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Ein Baumeister sagte mir kürzlich in einem Erstgespräch das ich einen eigenen Elektrikerplan und einen eigenen Installateurplan erhalte (beides vergebe ich selbst). Ich möchte sämtliche Stemmarbeiten mittels Mauerschlitzfräse selbst machen.
Meine Fragen:
Ist das realistisch?
Wie lange habt ihr gebraucht?
Gibt es Stellen im Haus die ein Laie besser nicht stemmen sollte?

Bei mir wären es ca. 140m2...

Bitte um Erfahrungsberichte!!!

LG chris

  •  Netzhaut_Aut
21.12.2010  (#1)
Hallo Chris.

Wie es der Zufall haben will, waren wir heute bei unserem Elektriker wegen der letzten Elektroplanabsprache. Zwischen Weihnachten und Neujahr fangen wir zum Stemmen an. Lt. Elektriker schaffen 2 Laien die Stemmarbeiten in 3-4 Tagen (150m² Haus). Ich lass mich mal überraschen, Stress hab ich keinen, gearbeitet wird mit Winkelschleifer, Dosenbohren sowie Hammer und Meißel.

Beste Grüße



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  •  mark1928
21.12.2010  (#2)
kein problem - Die Stemmarbeiten sind überhaupt kein Problem! Ich habe Ende Oktober die Stemmarbeiten (Elektrik & Wasser) in unserem Haus (150m²) gemeinsam mit meinem Vater fertig gestellt. Dauer kann ich jetzt so nicht genau sagen, aber sicherlich 8-10 Tage. Liegt aber vielleicht daran, dass ich es sehr genau gemacht habe. D.h. ich hab mir alle Leitungswege vorher präzise vermessen und mit Wasserwaage angezeichnet. Körperlich anstrenged ist es auf jeden Fall, aber es macht auch viel Spass.
Wichtigste Dinge die man braucht:
# Mauernutfräse mit Staubsaugeranschluss (ich hab ein € 100,-- Teil von Baumax verwendet, gab keine Probleme damit; Ausleihen eines Profigeräts rentiert sich m. E. nicht)
# Industriestaubsauger (hab ich auch ein € 100,-- Teil vom Baumax genommen, Filter regelmässig ausklopfen)
# Flex für die groben Sachen (Wandschlitze für Wasser/Ablauf, WC-Gestelle, ...)
# Dosenbohrer (~ 80 mm Durchmesser)
# Verschiedene Meisel & Hammer
# Wasserwaagen (80cm und 200cm)
# Staubmasken, Schutzbrillen & Gehörschutz (BESONDERS WICHTIG!!!!!!!!!!!)
# Bohrhammer fürs Grobe

WICHTIG! 50iger Planziegel IMMER schneiden, NIEMALS einfach nur stemmen! Passiert einem aber eh nur einmal! emoji

Viel Spass!

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  •  chris07
21.12.2010  (#3)
@mark1928 - Wie tief müssen die Schlitze für Wasserleitungen und wie tief für die Leerverrohrung der Elektrik sein? 3-5cm schätz ich oder? Die günstigen Mauernutfräsen aus dem Baumarkt gehen aber nur bis 3, max. 4cm habe ich gesehen.. hmm

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  •  mark1928
22.12.2010  (#4)
Schlitztiefe - Tiefe Elektrorohre ist halt abhängig davon um welches Roher (20, 25, 32, 40 mm) es sich handelt. Meine Fräse kann glaub ich 28 oder 30 mm tief schneiden. Das genügt für 20 und 25 mm Schläuche, ansonsten muss man noch etwas nachstemmen.

Wasserleitungen hat der Installateur mit Tiefe 50 mm verlangt. Da hab ich dann die Flex verwendet und einfach zwei Schnitte gemacht. War auch kein Problem.

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  •  chris07
22.12.2010  (#5)


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  •  siddy
22.12.2010  (#6)
3 Tage zu zweit - für 140 m² Haus. Inklusive Dosen eingipsen und natürlich FXP verlegt. Alle Rollläden elektrisch. Mauerschlitzfräse war ein Profigerät von einem befreundeten Elektriker. Haben keinen Staubsauger verwendet da wir im Juli auch noch keine Fenster hatten und der Staub somit kein Thema war.

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  •  siddy
22.12.2010  (#7)
Wichtig! - Vor dem Verputzen die Installation fotografieren! Erspart einem später eventuelle Überraschungen ;)

Nur so als Anhaltspunkt: Waren bei unserem Haus ca. 70 Dosen. Als Laie verzweifelt man beim eingipsen der ersten Dosen, nach 2 Stunden ging´s dann aber flott!

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  •  charly144
23.12.2010  (#8)
hab's grad hinter mich gebracht - bei 210m2 wohnfläche und sternförmiger verrohrung über die decke, d.h. nur die senkrechten leitungen nach unten zu stemmen, dazu alle wasser- und kanalleitungen sowie KWL KWL [Kontrollierte Wohnraumlüftung] in 75mm PE-rohr haben wir für's stemmen (meine beste und ich) ca. 8 tage benötigt. wir haben auch den 80er kronenbohrer verwendet und die profi-fräse vom boels.
ein freund hat sich die mauernutfräse angesehen nachdem er mit einem billigsdorferteil gearbeitet hat. das profiteil hat 1800 watt und ist nicht zu stoppen - die billigvariante hat 1300 watt, zudem ist der staubsauger riesig und somit entsprechend leistungsfähig.

die fräse hatte ich 2 tage im einsatz.

unterm' strich kostet das ausborgen soviel wie die billiggarnitur, aber nachdem die arbeit so mühsam ist war es mir das wert.

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  •  topstyling
23.12.2010  (#9)
... Profigerät - Also für die Schlitze und Dosen bohren haben meine Freundin und ich ca. 2 Tage gebraucht.

Hatten ein Profigerät von mir aus der Firma da wir nen Großhandel haben der sowas an den Fachhandel verkauft.

Ging einfach und sauber. Unsere Mauernutfräse ging bis 46m, Schlitzbreite und 45mm Schnitttiefe (konnte man alles stufenlos einstellen).

Meine Freundin hat immer die Dosen gebohrt (knapp 200 Stück auf 3 Etagen verteilt) und ich hab die Schlitze gemacht.

Wasser und Abwasser mussten wir halt in der Tiefe etwas nachstemmen da der Installateur hier eine Tiefe von 8cm haben wollte.

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  •  paulaner
23.12.2010  (#10)
Ich hab für ca. 145m² mit elektr. Rollos + KWL + Garage und Zwischenwände im Keller. usw. (ca. 140 Dosen) ca 3 volle Tage zu 2 gebraucht. Ich hab alles mit der Flex geschnitten und händisch ausgestemmt (mit Schalhammer). Hatte auch keine Fenster drinnen, also nicht so tragsich wegen dem Staub. Habe auch keine Planziegel (die sind ziemlich bröselig) und bin eigentlich froh darüber.
Angezeichnet wirds grob mit einem Spray. das ganze mit einer Wasserwaage anzuzeichnen macht absolut keinen sinn, ausser dir ist langweilig emoji. Bei Ziegelmuster bekommt man dass auch so ziemlich gerade hin und wenns mal ein paar cm schief ist, ist auch egal. Wennst Biegungen hast, kannst ja auch nicht 90 Grad mit dem Schlauch weiterfahren.
Wasserleitungen ca. 5cm bzw. 8cm Tiefe, bei normalen Elektroschläuchen (20-25mm) reicht die Schneidtiefe der Mauernutfräse sicherlich aus.

Spass machen Stemmarbeiten eigentlich nicht (auch nicht mit Mauernutfräse)....Ich würds als anstrengende (wenn man selber stemmt) Dreckshocken einstufen, bei der man froh ist, wenn alles fertig ist emoji

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  •  mark1928
23.12.2010  (#11)
Anzeichnen oder nicht - Es gibt m. E. nach Bereiche im Haus, wo es tatsächlich egal ist, ob ein Kanal ein paar Zentimeter weiter links oder rechts ist, aber es gibt auch Bereiche (z.B. Küche) wo das recht entscheidend sein kann. Ist ja blöd, wenn man dort, wo der Kanal verläuft dann ein Kastl montieren sollte.
Auch Dosen für Schalter und Steckdosen sollte man schon präzise anzeichnen, außer es ist einem egal, wenn diese nicht exakt untereinander oder auf unterschiedlicher Höhe sind.
Was man sich auch genau überlegen sollte, ist die Positionierung von Zug-/Verteilerdosen, da diese ja rein optisch nicht so der Brüller sind. Soweit es geht sollte man auch versuchen mit den runden 70 mm Dosen auszukommen.

Wer die Stemmarbeiten in 2 Tagen schafft, RESPEKT!

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  •  15er
27.12.2010  (#12)
Schalterhöhe einzeichnen - ist sehr hilfreich. wir haben die schalter in derselben höhe wie die türschnallen, so findet jeder auch im finstern jeden schalter gleich von anfang an - auch wenn mal eine sicherung poppt und kein lichtschein von einem anderen raum herkommt.

die stemmerein geschehen vor dem estrich, also die höhe der türschnallen am ausgesuchten modell an die wand übertragen, aber so, dass sie am ende nicht zu tief werden. so gehts: fussbodenaufbau vom noch fehlenden estrich und der trittschalldämmung feststellen, das ergibt die fertige fubo-oberkannte, von da nach oben zur schnalle/dose messen.

1. tip zum staub: industriesauger vom obi ausborgen, zahlt sich aus, beim fräsen aber auch beim wegräumen v kleinschutt.
2. tip zum staub: hab schon gehört, dass manche heimwerker glauben dass es weniger stark staubt, wenn sie die wände vorher anfeuchten. lieber nicht! das würde ausser verpickten frässcheiben eh nicht viel bringen .
masken + gehörschutz tragen + viel trinken + das 1. abduschen wenn möglich im garten erldigen emoji

vor dem verputzen der wände unbedingt die stemmschlitze separat verputzen, insbesondere wenn ein gipsputz kommen soll, sonst können sich beim trocknen mulden bilden wegen der unterschiedlichen materialdicke.

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  •  15er
27.12.2010  (#13)
verteilerdosen - wechselschalter, also die tipp-schalter für ein licht, das von mehreren stellen aus geschaltet wird (= die mit dem "click", zb am gang) nicht in die verteilerdosen einbauen! besser in den schalkasten. das erfordert zwar mehr kabel, erspart aber das "dosenöffnen", wenn der wechsler mal getauscht werden muss! hinterher muss man dann wieder spachteln und drübermalen - oder man hat wieder die hässlichen schlitze. bei uns nach 3,5 jahren schon zwei zu tauschen...

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  •  topstyling
27.12.2010  (#14)
Höhen für SchalterSchalter werden normal 110cm über fertigem Fußboden montiert (also 110 + Fussbodenaufbau ergibt die Höhe von der Rohdecke)

Steckdosen in Bodennähe werden dann meist 30cm über fertigem Fußboden montiert.

Ausgenommen sind zb. Bereiche wie Küche und Bad da kann man die Dosen auch niedriger setzen.
Küchenarbeitsplatte ist ja meist c. 92cm über fertigem Fußbodenniveau da kann man (wenn es optisch passt) alles auch etwas niedriger setzen wenn man will.

Genauso beim Bad da meist die Oberkante der Waschbecken auf 85cm sitzt kann man hier evtl auch etwas runter gehen.

Raumthermostate, Türsprechanlagen, Bewegungsmelder werden meist etwas höher gesetzt. Einfach ausmessen wie es einem am Besten gefällt.

Am einfachsten ist es wenn der Baumeister schon den Meterriss gemacht hat der ja 1m über fertigem Fußboden ist, dann kann man von dort wegmessen und es ist alles dann schön gleichmäßig.

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  •  siddy
27.12.2010  (#15)
Schutzbereiche einhalten im Bad - ...und in der Nähe von Waschbecken! Sollte der Elektriker wissen!

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  •  15er
28.12.2010  (#16)
topstyling - ja, der meterriss ist der richtige anhaltspunkt - ich vergaß.
aber die berühmten 110 cm schalterhöhe sind nicht DAS mass aller dinge!
ich finde es besser, wenn die türschnallen und die schalter, die logischerweise immer neben den türen sind, einfach dieselbe griffhöhe haben, und auch optisch schöner wenn diese dinge in derselben höhe sind.
da die türschnallen aber nicht alle auf 110 cm sind, ist es mE logisch, die schalterhöhe den türschnallen anzupassen. ich hab nachgemessen, unsere sind auf 100 cm.
den höhen der steckdosen schließe ich mich an, 30-35cm über dem fertigen boden.
allerdings sollte die höhe der küchenarbeitsplatte mE individuell je nach größe des/der benützerIn gewählt werden und danach dann die dosenhöhe festgelgt werden.
übrigens eine alte weisheit, die nicht zu oft gesagt werden kann: wer bei den steckdosen spart, hat später viele kabel herumliegen! das ist bei der küche noch wichtiger! für jedes gerät, das fix in der küche bleibt (kaffeautomat, radio, ...) gleich eine dose in die Wand setzen. oder in der platte versenkbare einsetzen.
gutes gelingen beim stemmen/schnieden

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  •  x12r13
  •   Bronze-Award
28.12.2010  (#17)
Zeitangaben - Also wir haben zu zweit knappe sechs Wochen gebraucht für:
1) Stemmen & Dosenbohren
2) Schläuche legen und am Boden festmachen
3) Dosen eingipsen
4) Drähte einziehen
5) Schlitze zumachen
6) Steckdosen und Schalter montieren
Ok, "Haxn ausgerissen" haben wir uns keinen, und wir haben das neben der Arbeit gemacht (3h pro Tag).
Aber Finger bewegen in der Früh war immer ein Erlebnis :)
Rechne lieber mit 2-3 Wochen (realistisch)

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  •  Netzhaut_Aut
29.12.2010  (#18)
Erfahrungsbericht nach 2 Tagen Stemmen (Elektro) -
Hallo Energiesparhausgemeinde,

möchte kurz die Erfahrungen der letzten beiden Tage posten. Gestern haben wir mit den Stemmarbeiten angefangen, 700W Bohrmaschine für den Dosenbohrer und eine Mauerschlitzfräse ohne Absaugung ;-(.

Bohrmaschine hat nach ca. 30 Bohrungen den Geist aufgegeben keine Chance mit so einem Teil. Wird zu heiss und der Staub ist dann das Ende (Abgebrannt). Mauerschlitzfräse ohne Absaugung ist der Hammer, Staub ohne Ende, mit den angelaufenen Brillen und bei den Minusgraden absolut nicht tauglich. Ich hab dann den Rest des ersten Tages mit Maurerhammer sowieso Hammer und Meissel gemacht, Ging so einigermaßen.

Für heute haben wir uns dann eine Akku-Hilti ausgeborgt, für den Dosenbohrer. Sowie eine Hilti mit Spezialmeißel, find leider kein Foto im www, aber die Tiefe und Breite sind für einen 20er Schlauch ausgelegt.

Das Teil pfeifft durch die Ziegel, mit der Kombination des Doesenbohres eine Schlagkräftige und schnelle Lösung. Haben jetzt zu Zweit und nach 2 Tagen das OG und den Keller fertig. Ich schätze das EG ist noch 1 1/2 Tage Aufwand, dann sind wir durch.

Bis denne

Netzhaut

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  •  chris07
29.12.2010  (#19)
wow - klingt nach hinzugezogener Power... vielleicht sollte ich mir den Kauf einer billigen Mauernutfräse nochmal überlegen..

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  •  topstyling
30.12.2010  (#20)
Hände weg von Billigschrott... meiner Meinung nach taugt das Zeug einfach nichts. Klar wenn man mal nachträglich wo einen oder 2 Schlitze und Dosen machen muss kann man sowas schon nehmen.

Bei der "Bearbeitung" eines ganzen Hauses wird man aber nicht glücklich werden. Da ist ein Profigerät einfach effizienter und besser.

Liebe sollte man hier einfach ein Profigerät wo ausleihen (inkl. Profizubehör wie Staubsauger usw.) - dann hat man mehr davon und die Arbeit macht auch mehr Freude.

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  •  chris07
30.12.2010  (#21)
ja schon - aber wenn man a. ein Laie ist und b. das hochwertige Gerät mit Staubsauger pro Tag 40 Euro aufwärts kostet überlegt man sich natürlich was sich nun wirklich rendiert. Wenn ich nur 2-3 Tage brauche wäre es ja ok.. was ist, wenn das Gerät plötzlich eine Woche oder länger beanspruchen muss oder es Schaden annimmt, der vielleicht in der Versicherung "plötzlich" nicht mehr inkludiert war.. usw... hmm

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Hallo chris07, kostenlos und unverbildlich kann man das auf durchblicker.at vergleichen, geht schnell und spart viel Geld.

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