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Energieausweis besser lesen und verstehen können

  
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  •  rabaum
  •   Gold-Award
17.4.2023 - 16.3.2025
37 Antworten | 18 Autoren 37
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Mir ging es lange Zeit so, dass der Energieausweis für mich eine Ansammlung von nichtssagenden Kennzahlen war. Je mehr man sich aber mit diesem Instument beschäftigt, desto mehr Nutzen kann man daraus ziehen. Am Ende sollte man den Energieausweis nicht als Klotz am Bein sondern als Planungswerkzeug schätzen lernen. 

Fangen wir mal mit Level 1 an, die wichtigsten Bedarfe:

Heizwärmebedarf (HWB)
Angabe in thermischen kWh pro Jahr / nicht zu verwechseln mit der Heizlast in kW.
Das eine beschreibt den saisonalen Tank, wie groß dieser sein muss, damit ich über den Winter komme, das andere ist die Leistung also die Stärke des Motors oder eben der Wärmepumpe, um gegen abfließende Wärme anzukämpfen. 

Die Kennzahl des HWB hat bilanziert alle solaren und inneren Erträge mit den Klimadaten eingearbeitet, deshalb ist dieser Wert viel realistischer als die reine Heizlastabschätzung ptot.

Warmwasserwärmebedarf (WWWB)
Wie der Name schon sagt, der Bedarf für WW WW [Warmwasser] als Extraposten, er ist nicht im HWB enthalten. Der Wert ist allerdings mit Vorsicht zu genießen, da hier die Wärmemengen abhängig von den Gewohnheiten gewaltig streuen können. Ich kenne Häuser mit 200 kWh pro Monat und welche mit 600 kWh.

von heinzi00, dyarne, kraweuschuasta, sudo, samitama, Landei, HH64, shatterhand, zlau, ds50, kague

  •  Hedensted
  •   Bronze-Award
17.1.2025  (#21)
Ich muss zugeben, dass ich mit dem Energieausweis absolut nicht zu schießen komme. 

Auf der Wärmepumpe hab ich jedoch eine Anzeige, die für die letzten 24h einen Wärmeenergiebedarf von 77kWh ausgibt.
Die Zahl ist bestimmt nicht sonderlich genau, aber kann ich daraus etwas ableiten? Oder ist da ein anderer Wert  (Jahresbedarf?) notwendig?
Außentemperatur rund um 0C, beheizt werden 140qm auf 21C.

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  •  Landei
  •   Gold-Award
6.2.2025  (#22)

zitat..
Hedensted schrieb: Auf der Wärmepumpe hab ich jedoch eine Anzeige, die für die letzten 24h einen Wärmeenergiebedarf von 77kWh ausgibt.
Die Zahl ist bestimmt nicht sonderlich genau, aber kann ich daraus etwas ableiten? Oder ist da ein anderer Wert  (Jahresbedarf?) notwendig?
Außentemperatur rund um 0C, beheizt werden 140qm auf 21C.

Das bedeutet dass dein Haus in den letzten 24h 77kWh Wärmeenergie benötigt hat. Je nach dem wie effizient deine WP WP [Wärmepumpe] arbeitet kannst du dir mittels der Arbeitszahl (COP) den Stromverbrauch ausrechenen oder umgekehrt.


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  •  rabaum
  •   Gold-Award
12.2.2025  (#23)

zitat..
Hedensted schrieb: Die Zahl ist bestimmt nicht sonderlich genau, aber kann ich daraus etwas ableiten?

Wenn du diese Wärmemenge auf den Jänner hochrechnest, kommst du auf 2.387 kWh. Statistisch hat der Jänner grob 25% des Jahres-HWB, der wieder hochgerechnet bei 9.548 kWh liegen könnte. Natürlich mit der üblichen Schwankungsbreite betrachtet.


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  •  DrShouter
  •   Gold-Award
13.2.2025  (#24)
Mich würde interessieren wie gut oder schlecht ihr im Betrieb die Werte des EA EA [Energieausweis] trefft?

Ich habe bei der Erstellung des EA EA [Energieausweis] darauf geachtet, dass die Werte für die verwendeten Bauteile korrekt sind.

Wir haben folgende Werte im EA EA [Energieausweis]:
QhSK= 7.331kwh (Heizung)
Qtw=1.902 (Warmwasser)
Total: 9233kwh

Tatsächlich wurden laut Nibe WMZ 8.952kwh im Jahr 2024 verbraucht.

Scheint also halbwegs gut zu passen?



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  •  rabaum
  •   Gold-Award
13.2.2025  (#25)

zitat..
DrShouter schrieb: Mich würde interessieren wie gut oder schlecht ihr im Betrieb die Werte des EA EA [Energieausweis] trefft?

Wir haben laut EA EA [Energieausweis] einen HWB von 10.400 kWh, den wir bis jetzt immer unterschritten haben. Wir haben aber noch eine Spur besser ausgeführt, als eingereicht wurde. Die letzten beiden Winter waren wir bei 80% (2022/23) und 75% (2023/24) vom HWB. Vor ein paar Jahren waren wir aber auch schon mal bei 95%.

zitat..
DrShouter schrieb: Warmwasser

Den Wert kannst du meistens vergessen, weil er rein von der Bezugsfläche gerechnet wird.
2 Personen im großen Haus vs. 4 Personen im kleinen Haus.
Unter 3.000 kWh WWWB schaffen wir nicht, und wir sind bei weitem keine Pritschler.

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  •  derstandard
13.2.2025  (#26)
Bei uns ist der Energieausweis sehr pessimistisch gerechnet, eventuell spielt hier natürlich das Lüftungsverhalten eine Rolle. 1 mal am Tag im Winter für 2-3 Minuten die meisten Fenster/Türen öffnen und dann nochmals den Wohnessbereich nach dem Kochen. Und natürlich das Badezimmer nach dem Duschen...

EA bei für 20° Innentemperatur gerechnet:
HWB SK = 8107kwh/Jahr
Warmwasserbedarf = 2900kwh/Jahr

Tatsächlich bei ca 21° Raumtemperatur
Heizung ca 7300kwh/Jahr
WW für 2 Personen 600kwh/Jahr

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  •  nala123
  •   Bronze-Award
13.2.2025  (#27)
Bei uns ca 8000 kWh Heizwärmebedarf lt Energieausweis, lt. Wärmepumpe waren es 2024 tatsächlich etwa 6700 (1300 Strom).
Temperatur allerdings eher Richtung 23 als 22 Grad.

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  •  tepee
  •   Bronze-Award
13.2.2025  (#28)
EA bei wohl 20 Grad IT: ca. 6800kWh Heizung + 2500kWh WW WW [Warmwasser] = 9300kWh

Tatsächlich bei 21,5-22 Grad IT: ca. 7800kWh Heizung + 1500kWh WW WW [Warmwasser] = 9300kWh

Erwarte jetzt nach dem 3. Winter nochmals eine kleine Reduzierung bei HWB, mit nun effizienterer KWL KWL [Kontrollierte Wohnraumlüftung] und final verschwindendere Baufeuchte (HWB ist jedes Jahr sukzessive gesunken).

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  •  mariof
  •   Bronze-Award
18.2.2025  (#29)
HWB_sk = 9896 kwh/a im EAWEAW [Energieausweis] (auf IT 20°, NAT -11.4, HGT 3460), 15% besser als EAWEAW [Energieausweis] ausgeführt (gedämmter Ziegel statt nicht gedämmter). Hottinger gibt mir 5.4 kw und 1840 Volllaststunden. 

Heizen zeigt mir meine IDM im ersten Jahr 10300 kwh, im zweiten Jahr 9780 kwh. WW kommt nochmal 1700 kwh/a dazu (sind 2 Erw und 2 kleine Kinder). 

Ist im HWB_sk das Lüften integriert oder nicht? Wenn ich vergleiche wäre ich sonst 15% höher als im EAWEAW [Energieausweis]...

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  •  cacer
  •   Gold-Award
18.2.2025  (#30)
Man darf auch nicht vergessen, daß echte Auslegungstemperaturen fast nie erreicht werden. 
Die maximale Leistung wird also sehr selten benötigt, den jährlichen Wärmebedarf wird man ansatzweise eher erreichen.
Meist aber auch nicht. 
EA ist aber auch worst case. Die meisten Winter sind milder. 

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  •  rabaum
  •   Gold-Award
18.2.2025  (#31)

zitat..
mariof schrieb: Ist im HWB_sk das Lüften integriert oder nicht?

Der HWB SK hat das Lüften so gerechnet, wie es tatsächlich ist, also entweder Fensterlüftung oder mit WRG.

zitat..
cacer schrieb: Man darf auch nicht vergessen, daß echte Auslegungstemperaturen fast nie erreicht werden. 

Der bilanzierte HWB geht aber nicht auf die NAT, sondern auf die mittlere Monatstemperatur. Damit ist man schon ein Stück näher an der Realität.

QT = 1/1000 * LT * (Temp i - Temp e) * t
Für Jänner sieht das beim Referenzklima für ein fiktives Haus so aus:
1/1000 * 150 W/K * (22-0,47) °C * 744 h
Das sind dann grob 2.400 kWh Transmissionswärmeverlust.

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  •  System01
14.3.2025  (#32)
Hätte eine Frage zum U-Wert der Fenster.
Und zwar habe ich als Übersicht im Energieausweis (Seite 6) folgende Aufstellung bevor dann weiter hinten im Ausweis jedes Fenster im Detail mit seinen Werten aufgelistet und beschrieben ist:

_aktuell/20250314489075.png

Sind das also die Durchschnittswerte (0,77) aller Fenster, oder wie ist die Zahl zu interpretieren.
Und was ist die Prüfnormmaß Typ T2 mit 0,71?


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  •  bautech
  •   Gold-Award
14.3.2025  (#33)
Im Programm für die EA EA [Energieausweis]-Erstellung sind default-Werte für einzelne Bauteile hinterlegt.
Genau diese wurden hier anscheinend verwendet - und genau das geht besser!
Der Unterschied bei den Fenstern resultiert aus der Baugröße - größere Fenstern haben wegen dem Verhältnis Rahmen-Glas einen schlechteren u-Wert als kleinere.
Aber wenn das Fenster und die Verglasung schon bekannt sind kann man das viel genauer darstellen...

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  •  rabaum
  •   Gold-Award
15.3.2025  (#34)

zitat..
bautech schrieb: größere Fenstern haben wegen dem Verhältnis Rahmen-Glas einen schlechteren u-Wert als kleinere.

Es ist umgekehrt, moderne Gläser haben einen besseren (tlw 0,5 vs. 1,0) U-Wert als die Rahmen. Ein großes Fenster hat weniger Rahmenanteil und somit einen niedrigeren Uw Wert.


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  •  bautech
  •   Gold-Award
15.3.2025  (#35)
Mein Fehler... natürlich sind große Scheiben doppelt sinnvoll - einerseits der u-Wert, andererseits die solaren Gewinne...

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  •  System01
15.3.2025  (#36)
Super danke.
Kann mir wer noch was zur Prüfnormmaß Typ 2 sagen. Eigentlich habe ich ja überall die selben Fenster, deshalb frage ich mich woher der Wert kommt? 

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  •  rabaum
  •   Gold-Award
16.3.2025  (#37)

zitat..
System01 schrieb: was zur Prüfnormmaß Typ 2 sagen.

Für andere Formate wie zB Fenstertüren gibt es andere hinterlegte Normmaße. Iht habt hier vermutlich eine Terrassentür angeführt. 


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