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Hydraulischer Abgleich Tiefenbohrung

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  •  TheSeeker
  •   Bronze-Award
13.1. - 14.1.2025
22 Antworten | 8 Autoren 22
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Guten Abend,
wisst ihr, wer (Tiefenbohrer, Heizungsbauer, Inbetriebnahme) für den hydraulischen Abgleich der Tiefenbohrung zuständig ist, bzw. die Fähigkeit dazu hat? Der Tiefenbohrer hätte erst gemeint, er würde das übernehmen, um darauf auf die Inbetriebnahme zu verweisen. Der Techniker hat sich bei der Inbetriebnahme den Verteiler angesehen und gemeint, das passt doch gut, ohne etwas zu verändern.
Meine drei Bohrungen haben leider eine stark unterschiedliche Tiefe (3x Duplex 32): 38m, 58m und 79m. Zudem ist die kürzeste Bohrung direkt beim Verteilerschacht und die längste Bohrung am weitesten weg. Alle drei Bohrungen führen durch brüchigen Granit, wobei bei den zwei längeren Bohrungen sehr viel Wasser beim Bohren im Spiel war.

Die Soletemperatur liegt aktuell bei 4,3° bzw. 0,9° Austritt bei 4,2kW Belastung (Ausgelegte Kälteleistung 8kW)

Wäre riesig wenn mir jemand helfen könnte:
- Sind die Tiefenbohrungen durch eine glückliche Fügung richtig hydraulisch ausgeglichen? Kann ich das selbst testen?
- Überschätze ich das Problem?
- Falls nicht, welche Probleme könnten auftreten? (Vereisung der kleinsten Bohrung, geringere Entzugsleistung, Schwierigkeiten in einigen Jahren...)
- Wer ist dafür zuständig bzw. welche (Spezial-)Firma könnte mir hier helfen?


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  •  rabaum
  •   Gold-Award
13.1.2025  (#1)
Hast du Zugriff auf eine Wärmebildkamera? Würde mir mal ansehen, was für Temperaturen aus den einzelnen Löchern daherkommt?

Wo bist du grob daheim? Dein Profil sagt, du bist nicht weit weg von mir.

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  •  TheSeeker
  •   Bronze-Award
13.1.2025  (#2)

zitat..
rabaum schrieb: Hast du Zugriff auf eine Wärmebildkamera? Würde mir mal ansehen, was für Temperaturen aus den einzelnen Löchern daherkommt?

Vielen Dank, das ist eine sehr gute Idee! In der Theorie müsste bei einem halbwegs ausgeglichenen System alle drei Sonden eine ähnliche Temperatur aufweisen, die sich halbwegs mit Sole-Ein (abzüglich Abkühlung bzw. Aufwärmung auf der Strecke von Schacht zur Pumpe) deckt, oder?

Eine Wärmebildkamera leider nicht, aber ein Infrarot-Temperaturmessgerät. Das sollte hoffentlich den Zweck erfüllen. Werde spätestens übermorgen berichten!


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  •  cacer
  •   Gold-Award
13.1.2025  (#3)
ich bin da unsicher.
hydraulisch abgeglichen, würde der lange kreis offen, der mittlere etwas und der kurze stärker gedrosselt.

wenn die pumpe variabel läuft, müsste man dauernd anpassen...

wichtig ist ja nur, daß kein kreis wegen zu hoher spreizung vom kalten ende her auffrieren würde.

die beiden kurzen kreise werden kleinere spreizung haben, also muss man auf den langen aufpassen.

ich würde vielleicht bei 100% pumpe ansatzweise nahe aulegungstemperaturen abgleichen und dann wieder auf automatik laufen lassen.
aber weiß nicht, ob da bei sonden noch mehr zu beachten ist.


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  •  rabaum
  •   Gold-Award
13.1.2025  (#4)

zitat..
cacer schrieb: die beiden kurzen kreise werden kleinere spreizung haben, also muss man auf den langen aufpassen.

Ich sehe es umgekehrt. Aber denken wir es nochmal gemeinsam durch.

Eine abgekühlte Sole mit Temperatur x wird parallel auf 3 Kreise losgelassen. Der kurze hat wenig Widerstand, wird schnell durchströmt und kommt durch die wenigen Meter (wenig Leistung) auch relativ kalt wieder retour. Die Wärmepumpe bekommt die zu kalte Sole als Eingang retour und muss dann noch stärker arbeiten, heißt die Sole weiter abkühlen. Die kurze Bohrung hat die Gefahr des Einfrierens.

Die Sole wird durch die Lange Bohrung ja wärmer. Mehr Spreizung bei gleicher Sole-Aus-Temp würde ja eine höhere mittlere Temperatur bedeuten, da die lange Bohrung viel mehr Leistung liefert.

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  •  cacer
  •   Gold-Award
13.1.2025  (#5)

zitat..
rabaum schrieb: ..
__________________
Im Beitrag zitiert von cacer: die beiden kurzen kreise werden kleinere spreizung haben, also muss man auf den langen aufpassen.

Ich sehe es umgekehrt. Aber denken wir es nochmal gemeinsam durch.

hmmm, die spreizung der kurzen kreise werden sicher kleiner sein, aber du hast natürlich recht mit:

zitat..
rabaum schrieb: Der kurze hat wenig Widerstand, wird schnell durchströmt und kommt durch die wenigen Meter (wenig Leistung) auch relativ kalt wieder retour.

genau.

zitat..
rabaum schrieb: Die Wärmepumpe bekommt die zu kalte Sole als Eingang retour und muss dann noch stärker arbeiten, heißt die Sole weiter abkühlen.

richtig.
aber durch die drei längen bekommen wir ja eine gemischte sole zur WP WP [Wärmepumpe]

zitat..
rabaum schrieb: Die kurze Bohrung hat die Gefahr des Einfrierens.

jain.
alle kreise bekommen den kalten rücklauf und bei der langen hat die kalte sole mehr zeit die ersten meter einzufrieren.
die kurzen kreise sind eher auf ganzer länge gefährdet.

ich denke, wenn die kurzen angedrosselt werden, bekommen sie auch weniger kühlpotential und können sich gleichmäßig erwärmen.

interessante fragestellung. hab ich noch nie drüber nachgedacht. 

edit: ok. bei bohrung wärmt das warme ende auch den kalten abgang. durch die höhere spreizung des langen kreises könnte er tatsächlich weniger gefährdet sein.

nach abgleich sollte das problem sich mildern.

dann müsste man sogar stärker androsseln, um im auslegungsbereich sicher zu bleiben?

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  •  cacer
  •   Gold-Award
13.1.2025  (#6)
mein letzter edit hat sich mit deiner antwort überschnitten

ups. @seeker hast du den wieder gelöscht?

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  •  rabaum
  •   Gold-Award
13.1.2025  (#7)

zitat..
cacer schrieb: langen hat die kalte sole mehr zeit die ersten meter einzufrieren.

Aber dort hast du durch die große Spreizung, jetzt mal fiktiv -3/3 eine mittlere Temperatur von 0 während die kurze Bohrung womöglich -3/-1 sieht, also -2 im Mittel. 

Ich glaube, wir sind uns im Grunde eh einig, aber es ist ein spannendes Gedankenspiel. 😉

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  •  cacer
  •   Gold-Award
13.1.2025  (#8)

zitat..
rabaum schrieb: Ich glaube, wir sind uns im Grunde eh einig, aber es ist ein spannendes Gedankenspiel. 😉

ja :D

wie würdest du abgleichen?


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  •  TheSeeker
  •   Bronze-Award
13.1.2025  (#9)
Hallo Cacer, vielen Dank!

Ich war einfach zu langsam, du hast es dann eh super aufgeschlüsselt. Hätte auch eher erwartet, dass die kürzere Bohrung aufgrund des geringeren Widerstandes und höherer Durchflussgeschwindigkeit stetiger mit niedrigeren Temperaturen zu kämpfen hat, während die längeren davon profitieren, dass sich die Temperatur der Sole innerhalb der Bohrung durch eine langsamere Geschwindigkeit erhöht und damit das Erdreich von unten nach oben ein wenig entlastet wird. Ist aber zugegeben eine sehr einfache Vorstellung.

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  •  TheSeeker
  •   Bronze-Award
13.1.2025  (#10)

zitat..
cacer schrieb: wenn die pumpe variabel läuft, müsste man dauernd anpassen...

Puh... Das bedeutet, ein Abgleich wäre immer nur bei einer stetigen Pumpleistung passend und bei einer Änderung der Pumpenleistung müsste theoretisch neu abgeglichen werden? Meine Hoffnung war, dass ich womöglich mit einem blauen Auge aufgrund der etwas höheren Stromkosten für die Pumpe (steigender Widerstand durch den Abgleich) davonkomme.


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  •  cacer
  •   Gold-Award
13.1.2025  (#11)

zitat..
TheSeeker schrieb: Das bedeutet, ein Abgleich wäre immer nur bei einer stetigen Pumpleistung passend und bei einer Änderung der Pumpenleistung müsste theoretisch neu abgeglichen werden?

eigentlich ja, aber wenn wir auf worst case abgleichen, hast du eine sichere variante.

vielleicht kommst du ja eh nie in problematische bereiche?
probier mal die vor und rückläufe zu messen.

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  •  Mitleser
  •   Bronze-Award
13.1.2025  (#12)
warum schaltest du die beiden kurzen bohrungen nicht in serie, zumal die kürzeste bohrung ohnehin die kürzeste zuleitung hat? das wäre meiner meinung nach aus hydraulischer sicht der sinnvollste lösungsansatz, bevor du hier mit drosselei anfängst.

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  •  TheSeeker
  •   Bronze-Award
13.1.2025  (#13)

zitat..
cacer schrieb: vielleicht kommst du ja eh nie in problematische bereiche?
probier mal die vor und rückläufe zu messen.

Bin leider morgen nicht zuhause. Werde aber gleich übermorgen in den Schacht steigen und abmessen.

Bin mir wegen den problematischen Bereichen leider nicht so sicher. Der Vorlauf liegt bereits jetzt bei ca. 4kW (NAT 7,7 kW) Leistung bei 4°, also im Vergleich zu anderen nicht besonders hoch. 




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  •  TheSeeker
  •   Bronze-Award
13.1.2025  (#14)
 

zitat..
Mitleser schrieb: warum schaltest du die beiden kurzen bohrungen nicht in serie, zumal die kürzeste bohrung ohnehin die kürzeste zuleitung hat? das wäre meiner meinung nach aus hydraulischer sicht der sinnvollste lösungsansatz, bevor du hier mit drosselei anfängst.

Stimmt schon. So war es eigentlich mit dem zuständigen Ingenieur lange zuvor ausgemacht, nachdem ich meine Bedenken geschildert habe. Bei der Zusammenführen hat der Techniker vor Ort gemeint, er könne das nicht machen, da ich ansonsten immer Probleme mit der Luft bekommen würde. Die bekommt man dann nicht mehr raus. Ich habe mich leider in dem Moment zu wenig ausgekannt, um die vorherige Entscheidung durchzusetzen. 

Aber um auf den Punkt zu kommen. Ich würde höchst ungern nochmal ausgraben, wenn es eine andere Lösung gibt. 




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  •  Markus98
13.1.2025  (#15)
Die schönste Lösung wäre ein RGK RGK [Ringgrabenkollektor] vor der Bohrung, der die Differenz zum längsten Kreis (tiefste Bohrung) ausgleicht.
Damit hättest du immer den gleichen Volumenstrom in allen Kreisen und sogar eine kleine Vorwärmstufe für die 2 kürzeren Tiefenbohrungen.

Wie es mit der Luftblase bei 2 Bohrungen in Serie aussieht, hab ich keine Erfahrungen.

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  •  cacer
  •   Gold-Award
13.1.2025  (#16)
Bleibt mal locker 🙂

Hier geht's ja nur um Feinheiten. 

zitat..
Markus98 schrieb: Wie es mit der Luftblase bei 2 Bohrungen in Serie aussieht, hab ich keine Erfahrungen.

Das kann problematisch sein, wenn da ein luftstopfen sitzt, bekommt man das nur schwer gespült. 

Und dann läuft nur die eine Bohrung weiter. 

Aktuell haben ja alle drei ähnlichen Durchfluss. 
Bleibt die Frage nach der optimalen Einstellung. 




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  •  rabaum
  •   Gold-Award
14.1.2025  (#17)

zitat..
cacer schrieb: auf worst case abgleichen

Sehe ich auch so. Abgleichen auf Volllast und im Teillastbereich einfach mal schauen was passiert. Man darf hier nicht dieselben Ansprüche stellen, wie im Haus bei den FBH FBH [Fußbodenheizung]-Kreisen. Bleibt ein Kreis im Haus kühler ist es nicht so prickelnd, wird eine Bohrung weniger durchströmt und die Effizienz bleibt trotzdem hoch genug - wen interessierts?

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  •  DoertyHarry
14.1.2025  (#18)

zitat..
cacer schrieb:

Bleibt mal locker 🙂

Hier geht's ja nur um Feinheiten. 

──────..
Markus98 schrieb: Wie es mit der Luftblase bei 2 Bohrungen in Serie aussieht, hab ich keine Erfahrungen.
───────────────

Das kann problematisch sein, wenn da ein luftstopfen sitzt, bekommt man das nur schwer gespült. 

Und dann läuft nur die eine Bohrung weiter. 

Aktuell haben ja alle drei ähnlichen Durchfluss. 
Bleibt die Frage nach der optimalen Einstellung.

Kann man nicht einfach wie bei den Heizkörpern ein kleines Entlüftungsventil am Hochpunkt setzen? Oder einen Lufttopf?

Wenn man schon herumverrohrt wäre das ein leichtes direkt mit einzubauen. 


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  •  cacer
  •   Gold-Award
14.1.2025  (#19)

zitat..
DoertyHarry schrieb: Kann man nicht einfach wie bei den Heizkörpern ein kleines Entlüftungsventil am Hochpunkt setzen? Oder einen Lufttopf?

Wenn man schon herumverrohrt wäre das ein leichtes direkt mit einzubauen. 

macht in dem fall sicher sinn, wenn da wirklich eine serienschaltung nötig wäre.


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  •  passra
  •   Gold-Award
14.1.2025  (#20)

zitat..
cacer schrieb: wenn die pumpe variabel läuft, müsste man dauernd anpassen...

sehe ich nicht so.
Wenn man sich die Analogie in der E-Technik zu Rate zieht, 3 unterschiedliche Widerstände parallel schaltet und dann verschiedene Spannungen (Pumpendruck) anlegt, dann wird sich das Verhältnis der Ströme (Durchfluss) auch nicht ändern. Es ändert sich nur die HÖHE der Ströme, aber nicht die Verteilung.


1
  •  cacer
  •   Gold-Award
14.1.2025  (#21)

zitat..
passra schrieb: Wenn man sich die Analogie in der E-Technik zu Rate zieht,

ist das vergleichbar? dachte nicht.


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