« Baurecht  |

Kellerplanung in Hanglage - eine Seite nach Aushub frei lassen

Teilen: facebook    whatsapp    email
  •  freiraum
17.3.2025
5 Antworten | 4 Autoren 5
5

_aktuell/20250317206165.jpg

Liebe Baurechts-Experten,

unsere Planung beginnt mit dem Keller, weil abhängig von der Realisierungsmöglichkeit dort zwei Schlafzimmer geplant werden könnten, was für die oberen Geschoße weniger Flächen erforderlich machen würde.

Die Idee wäre eine Seite nach dem Aushub frei zu lassen (siehe Skizze). Der Aushüb müsste auf einer ebenfalls im Eigentum befindlichen Fläche im Grünland ebenfalls erfolgen. Wir sind uns nicht sicher inwieweit es hierzu einer Genehmigung bedarf, weil ja ja am Ende im Grünland nichts errichtet wird (nur Aushub und Rekultivierung - z.B. mit Blumenwiese). Der Mutterboden könnte dort wieder aufgebracht werden.

Der Bauwich vom Gebäude zur Grundgrenze wird eingehalten. Kein Teil des Kellers würde über das ursprüngliche Bezugsniveau ragen.

Weil die NÖ-Bauordnung für uns doch recht komplex ist, würde ich euch um Eure Meinung ersuchen. Übersehen wir hier etwas? Gibt es Gründe warum dies so vielleicht gar nicht möglich ist?

Vielen Dank vorab!

LG

  •  Krautla
17.3.2025 7:57  (#1)
Bewilligungspflichtiges Bauvorhaben (Geländeveränderung - NÖ BO § 14 Z. 6) sind im Grünland nur dann und nur in jenem Umfang zulässig, als dies für die Widmungsgemäße Nutzung des Grünlands erforderlich ist. Bei der Erforderlichskeitsprüfung ist darauf Bedacht zu nehmen, ob für das beabsichtigte Bauvorhaben geeignete Standorte im gewidmeten Bauland auf Eigengrund zur Verfügung stehen (NÖ ROG § 20 Abs. 4). Die Abgrabung im Grünland ist demnach nicht möglich.

Aufseiten des Baulands ist der § 67 der NÖ BO einzuhalten.

"§67 (1a)Im Bauland darf das Gelände nach Fertigstellung an Gebäudefronten und in einem Abstand von bis zu 3 m von Gebäudefronten auf demselben Grundstück nicht mehr als 1,5 m unter dem Bezugsniveau liegen. Ausgenommen davon sind:
-Bauwerke im Bauland-Betriebsgebiet, Bauland-Industriegebiet und Bauland-Sondergebiet,
-bei Wohngebäuden mit nicht mehr als 2 Wohnungen und bei Nebengebäuden: ein Stiegenabgang und eine Garageneinfahrt mit einer Breite von insgesamt nicht mehr als 5 m pro Gebäude,
-bei sonstigen Hauptgebäuden: Stiegenabgänge oder Garageneinfahrten mit einer Breite von insgesamt nicht mehr als 8 m pro Gebäude."

Auch das ist bei eurem Entwurf nicht eingehalten.

In der Skizze scheint auch im Bauland ein Gefälle von links nach rechts vorzuliegen. Eventuell lässt sich hier das Gelände im Bauland entsprechend ausnutzen.

1
  •  christoph1703
17.3.2025 8:56  (#2)
Eventuell auch alles ein Stück höher setzen, damit der Keller rausschaut?

1
  •  freiraum
17.3.2025 11:10  (#3)

_aktuell/20250317581784.jpg

Vielen Dank Krautla für die sehr fachkundige Einschätzung. Schade, dass es so nicht gehen wird - wäre zu schön gewesen.

Hätte jetzt einmal die Variante mit dem Ausgang am Baugrundstück über eine Stiege durchgespielt. Würde sich dieser Entwurf mit der Bauordnung decken, oder habe ich hier wieder etwas falsch verstanden?

1


  •  querty
  •   Gold-Award
17.3.2025 12:04  (#4)
Das ist zwar nicht fachlich zum Thema, aber du möchtest eine Stiege zum Keller hin machen?!
Würde ich auf jeden Fall vermeiden - wenn du nicht möchtest dass beim nächsten Starkregen der Keller überflutet wird.

1
  •  christoph1703
17.3.2025 12:20  (#5)
Die Geländeänderung ist bewilligungspflichtig und damit im Grünland unzulässig.

1


Beitrag schreiben oder Werbung ausblenden?
Einloggen

 Kostenlos registrieren [Mehr Infos]

Nächstes Thema: [NÖ] Frage Aufschließung Ergänzungsabgabe KORREKTURBESCHEID